Es ist ein Licht, das der Wind ausgelöscht hat.
Es ist ein Heidekrug, den am Nachmittag ein Betrunkener verläßt.
Es ist ein Weinberg, verbrannt und schwarz mit Löchern voll Spinnen.
Es ist ein Raum, den sie mit Milch getüncht haben.
Der Wahnsinnige ist gestorben. Es ist eine Insel der Südsee,
Den Sonnengott zu empfangen. Man rührt die Trommeln.
Die Männer führen kriegerische Tänze auf.
Die Frauen wiegen die Hüften in Schlinggewächsen und Feuerblumen,
Wenn das Meer singt. O unser verlorenes Paradies.
* * *
Die
Nymphen haben die
goldenen Wälder verlassen.
Man
begräbt den
Fremden.
Dann hebt ein Flimmerregen an.
Der Sohn des Pan
erscheint in Gestalt
eines Erdarbeiters,
Der den
Mittag am
glühenden Asphalt
verschläft.
62 Es sind kleine Mädchen in
einem Hof in
Kleidchen voll herzzerreißender Armut!
Es sind Zimmer,
erfüllt von
Akkorden und
Sonaten.
Es sind Schatten, die
sich vor einem erblindeten Spiegel
umarmen.
An den
Fenstern des
Spitals wärmen sich Genesende.
Ein weißer Dampfer am
Kanal trägt blutige Seuchen herauf.
* * *
Die
fremde Schwester erscheint wieder in
jemands bösen Träumen.
Ruhend im Haselgebüsch spielt sie mit seinen Sternen.
Der Student,
vielleicht ein Doppelgänger,
schaut ihr lange vom Fenster nach.
Hinter
ihm steht sein toter
Bruder,
oder er geht die
alte Wendeltreppe herab.
Im Dunkel brauner Kastanien verblaßt die Gestalt des
jungen Novizen.
Der Garten ist im Abend.
Im Kreuzgang flattern die
Fledermäuse umher.
Die Kinder des
Hausmeisters hören zu spielen auf und
suchen das Gold des
Himmels.
Endakkorde eines Quartetts. Die
kleine Blinde läuft zitternd durch die
Allee,
63Und
später tastet ihr Schatten an
kalten Mauern hin,
umgeben von
Märchen und
heiligen Legenden.
* * *
Es ist ein leeres Boot, das am Abend den schwarzen Kanal heruntertreibt.
In der Düsternis des alten Asyls verfallen menschliche Ruinen.
Die toten Waisen liegen an der Gartenmauer.
Aus grauen Zimmern treten Engel mit kotgefleckten Flügeln.
Würmer tropfen von ihren vergilbten Lidern.
Der Platz vor der Kirche ist finster und schweigsam, wie in den Tagen der Kindheit.
Auf silbernen Sohlen gleiten frühere Leben vorbei
Und die Schatten der Verdammten steigen zu den seufzenden Wassern nieder.
In seinem Grab spielt der weiße Magier mit seinen Schlangen.
* * *
Schweigsam über der Schädelstätte öffnen sich Gottes goldene Augen.