SCHWIMMEN - Jörg Zemmler

SCHWIMMEN

 

heut

haben wir

christian

aufgegessen mit

knoblauch ihm

den

geist aus

gerieben

 

ulrike wollte

schwanger

werden

und jetzt

wird sie es

wohl

sein, wir

haben

getanzt die

ganze nacht,

frauen

duft.

 

im morgen

grauen

legten wir

uns schlafen

unter

schattigen bäumen und

zu mittag

gingen wir

zum bäcker und

tranken wein

zu butterbrot-

roten wein.

 

ach, christian,

sagten wir,

noch immer

knoblauch

geschmack an

unseren

leibern, ach

christian,

du schmecktest so

gut.

 

ulrike sagt,

sie will und vie-

lleicht

muss

sie

gar

noch einmal der

bäcker sperrt den

laden

zu.

 

dann

gehen

wir.

 

treffen leute,

hauen

deren münder klein.

sie lachten.

lachen

 

und gehen weiter.

 

werner

warf

sich vor ein auto,

das machte

einen bogen um

den werner,

der jetzt

auf

der

strasse liegt

und wartet.

 

werner,

brauchst du

ein

kissen oder

zwei?

 

wir sägen,

sägen einen baum

um, wir

legen ihn auf

die strasse, während

dessen eine

alte frau

auf

grün

wartet.

 

wir kitzeln

sie, sie

windet sich

und schnaubt wie

ein pferd, ein

schimmel und

lacht

wie ein hund

und

aus ihrer tasche

nehmen

wir

und schmieren sie

mit

butter

ein,

zum abschied

küsst sie uns

auf den

mund.

 

es ist

endlich sommer und

wir ziehen

uns aus und

tragen den

baum von der strassse

in

die stadt,

werner

mit.

 

wir treffen sonia

mit kinder-

wagen,

saugen ihr

die milch

aus der

brust,

sie sagt, sie

liebe

ulrike immer-

noch.

 

die milch war

gut.

 

wir schiessen

auf

und

schiessen

fotos von

toten

hunden und

malen sie

an,

danach,

acryl.

 

bernhard hat

sein arm-

band verloren, wir

hacken ihm

die hand

ab,

er

grinst.

 

kinder

ver-

folgen

poli

zisten,

schreien,

lachen,

wüten.

 

zum

 

spass.

 

die

polizisten

helfen uns

im

vorbeilaufen

hundeschiessen.

 

danke.

 

wir stellen

den kindern

beine-

ha.

 

verdammt,

wir sind nackt und

haben durst, es

gibt

urin.

 

gut.

 

von weitem

donnergrollen

im düsteren

licht

liegt

die stadt.

 

wir haben uns

satt, wir

werden strom

anzapfen, uns die

nerven kitzeln, dem

tod

hallo sagen,

hallo,

du, wir

freuen uns, freu du

dich

nicht zu

früh, du.

 

später.

 

jetzt schreien,

in einem

keller unter

einem

hochhaus, wir

wollen es

um-

werfen, es

wackelt

kaum, aber doch

und immerhin-

es zittert.

 

drei stunden

schwitzen.

 

armer christoph,

du warst so

zart, so-

ulrike ist

auch tot, liegt und

 

ja,

wir wussten

es, wir

sahen es

kommen

mit

grossen

schritten, wir

weinen die

ganze

nacht und

ulrike,

und –

urike ist tot

und

gehen

 

dann

 

ganz

 

leise,

 

still, wir

und wir

gehen

dann

leise

 

schwimmen.